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portart: Beliebig.
Reporter zum Sportler: "Wie sind Sie mit Ihrer heutigen
Leistung zufrieden?" Antwort: "Ja gut, ich …"
Ja
gut. Kaum hat sich in der Branche das immer gern genommene
"Also ich sag mal" (oder durch Uwe Seeler hanseatisch
beeindruckend verbessert zu: "Also ich sach ma") bis
in den letzten Winkel herumgesprochen, da
kommt mit "Ja gut ..." bereits ein neuer sprachlicher Höhepunkt daher. Ja gut, das
fällt auf in diesen sprachlosen Zeiten. Wir sollten
Verständnis haben, denn für viele ausgepumpte Sportler gilt
insbesondere im Interview nach dem körperlichen Einsatz die grundsätzliche
Frage: Woher soll ich wissen, was ich denke, bevor ich höre,
was ich sage?
önnen
wir also den Gefragten die kleine Denkpause, die das
Füllsel ermöglicht. Schliesslich wird der
sprachliche Erguss danach bestimmt präzise, inhaltvoll und
eloquent. Ja gut, nicht immer, aber in jedem Fall beginnt er
wenigstens positiv: Kein bockeliges "Aber ..." leitet Widerworte ein, kein
zögerlich-passives "Hmm ..." lässt uns ungeduldig werden – nein, ein
enthusiastisches "Ja" verspricht eine positive
Analyse!
"Was
haben Sie sich für den morgigen Wettkampf vorgenommen?" "Ja
gut, ich will ordentliche Sprünge abliefern." Ich
bin beeindruckt. Da erschliessen sich neue Horizonte:
Wer hätte vermutet, dass ein Skispringer solche hochgesteckten
Ziele hat? Ordentliche Sprünge – alle Achtung, das nenne
ich eine Information, für die ich meine GEZ-Beiträge gerne
überweise!
Ach, das war im Prívatfernsehen? Ja gut,
dann schaue ich eben öfter mal einen Werbeblock als
Finanzierungshilfe für diese wertvolle Einsicht.
portler sind durch ihre Medienpräsenz Trendsetter. So hat
sich die "Ich sach ma"-Manie auf breiter Front
in allen Lebensbereichen durchgesetzt. Menschen, die viel sagen, aber wenig
mitzuteilen haben, benutzen es am liebsten. Das Gefühl, dass sie wüssten,
welche Banalitäten sie von sich geben, stellt sich nicht
ein. Aber auch hier greift natürlich der Grundsatz:
Woher soll ich wissen, was ich …
Seit
geraumer Zeit gesellt sich zu diesen sprachlichen
Belanglosigkeiten eine Weitere: "Nicht wirklich". Was sagt
uns diese Formulierung? Ein Beispiel: "Der Huber-Alois
hat heute nicht wirklich besser getroffen als ich." Was soll
das bedeuten? Und ich meine dabei nicht die Nennung des
Nachnamens vor dem Vornamen.
icht wirklich",
also irgendwie hat der Huber-Alois durchaus besser
getroffen, aber bei näherer (und natürlich viel gescheiterer)
Betrachtung dann doch nicht? Oder "wirklich nicht",
also hat der Huber-Alois deutlich schlechter getroffen? Und
was wird der Huber-Alois dazu sagen? Sieht er das genauso –
oder wird er einfach und korrekt feststellen, dass er öfter
getroffen hat als sein Konkurrent?
Seit
diese Formulierung hip ist, geht sie um in der
Sportszene. Sportler und Sportlerinnen benutzen sie genauso
gerne wie Kommentatoren und Kommentatorinnen. Und genauso
sinnfrei, sag ich mal.
Ich mag sie nicht. Wirklich! |