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Das Problem
ie
Gruppenphase ist langjährige Tradition bei der Fussball-Weltmeisterschaft:
Jeweils vier Mannschaften pro Gruppe spielen zwei Teams aus,
die eine Runde weiter kommen.
Die ersten beiden Spieltage dieser Gruppen führen in vielen
Fällen dazu, dass sich bereits eine oder zwei Mannschaften qualifiziert
haben, während die beiden anderen Mannschaften keine oder kaum
noch eine Chance
mehr besitzen, in die nächste Runde zu gelangen. In manchen
Fällen besteht noch eine theoretische Chance ― aber diese ist
oft so gering, dass sowieso niemand mehr daran glaubt.
Die Folge sind Spiele am dritten Spieltag der Vorrunde, in
denen es um die goldene Ananas geht: Um nichts.
Abgesehen von den Zuschauern, die in der Regel viel
Eintrittgeld für ein solch überflüssiges Geplänkel gezahlt
haben, wird auch Sendezeit im Fernsehen "verspielt". Spiele
wie Niederlande gegen Argentinien oder Elfenbeinküste gegen
Serbien/Montenegro am 21. Juni 2006 sind
überflüssig wie ein Kropf.
Die Lösung
abei existiert ein Spielsystem, das auch auf Vierergruppen
basiert ― aber von Beginn an bis zum Ende Spannung
garantiert. Es wird im Bereich des Pétanque-Sports (für viele
besser unter der Bezeichnung Boule bekannt) erfolgreich
praktiziert, wo alle seine Vorzüge seit Ewigkeiten unter
Beweis stellt. Dieses System wäre ohne Probleme auch im
Fussball zu praktizieren ― ich will erläutern, wie es
funktioniert.
Wir gehen also von einer Gruppe mit vier Teams aus:




Runde 1
Folgende Spielpaarungen finden am ersten Spieltag statt:
gegen

gegen

Regel: Es gibt kein Unentschieden, jedes Spiel muss
einen Gewinner haben.
Der Einfachheit halber lassen wir die jeweils vorderen
Mannschaften gewinnen. Das ergibt folgende Situation:
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Gewinnerteams |
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Verliererteams |
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Ergebnis Runde 1:
Zwei Mannschaften haben je einen Sieg, zwei Mannschaften haben
je eine Niederlage.
Runde 2
Am zweiten Spieltag spielen die bisherigen Gewinner
gegeneinander, ebenso die beiden Verlierer:
gegen

gegen

Regel: Wieder gibt es kein Unentschieden, jedes Spiel
muss einen Gewinner haben.
Der Einfachheit halber lassen wir wieder die jeweils vorderen
Mannschaften gewinnen. Das ergibt folgende Situation:
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Gewinnerteam |
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Gewinner-/Verliererteams |
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Verliererteam |
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Ergebnis Runde 2:
Eine Mannschaft hat zwei Siege (Team A). Sie ist für die
nächste Runde qualifiziert. Bei der jetzigen WM wäre das das
Achtelfinale.
Eine Mannschaft hat zwei Niederlagen (Team D). Sie ist
ausgeschieden und macht kein Spiel mehr.
Zwei Mannschaften haben je einen Sieg und eine Niederlage
(Team B und Team C). Beide treten in einem Entscheidungsspiel
gegeneinander an, um den zweiten Gruppenplatz auszuspielen:
Runde 3
gegen

Der Rest ist einfach, das Siegerteam aus dieser Partie ist für
die nächste Runde qualifiziert, das Verliererteam ist
ausgeschieden. Eine weitere Grafik erspare ich Ihnen und mir.
Die Vorteile dieses Systems liegen auf der Hand:
1. Jedes Spiel birgt Spannung, es gibt keine
"Langweiler".
2. Trotzdem kann eine Mannschaft mit einer Niederlage noch in
die nächste Runde kommen − ein "schlechter Tag" führt also
nicht automatisch zum Ausscheiden.
3. Spiele ohne Auswirkungen auf das Turnier finden nicht
statt.
4. Die dominierende Mannschaft einer Gruppe erlangt den
Vorteil, dass sie kein drittes Spiel machen muss. Das ist
einerseits eine Belohnung für zwei Siege in Folge,
andererseits unterbleibt auch die unschöne Auswirkung, dass
bereits qualifizierte Mannschaften zu einer für sie
überflüssigen Partie mit einer B-Mannschaft antreten (um
Kräfte zu schonen, gelbe Karten zu vermeiden, etc.) − und
somit eine Wettbewerbsverzerrung auftritt.
5. Der dritte Spieltag in den Gruppen birgt in jedem
Fall Spannung (im Gegensatz zur momentanen Lösung), denn es
ist immer das "Endspiel in der Gruppe" um den letzten freien
Platz, der zum Weiterkommen berechtigt.
m
Interesse der Zuschauer und um Langweiler wie in den letzten
Tagen zu verhindern, sollten sich die Verantwortlichen etwas
einfallen lassen. Nach den diversen Skandalen um verschobene
Spiele, die in der letzten Zeit aufgeflogen sind, könnte
dieses System zudem eine Manipulation erschweren. Es geht um
Siege, ums Weiterkommen − und der Raum für gekaufte Spiele
wird enger.
Hoffentlich hat bei der FIFA jemand ein Einsehen und macht
diesem Unsinn der Gruppenspiele, die es seit Jahrzehnten auf
allen grossen Turnieren gibt, endlich ein Ende. Das
Poules-System wäre eine geeignete Möglichkeit.
PS. Natürlich ist mir klar, dass bei einer Fussball-WM der
Kommerz im Vordergrund steht. Ein Spiel weniger pro Gruppe
könnte ein Argument gegen das oben vorgeschlagene
System sein. Andererseits kann durch die zusätzliche Spannung
des Systems, die es vom ersten Spieltag an bereitet, die
Begeisterung weiter geschürt werden. Das wäre sicher im Sinne
der geschäftlichen Aktivitäten der "Macher" einer solchen
Veranstaltung. Und wenn es gar nicht ohne das zusätzliche
Spiel geht, kann man die WM ja auf 64 teilnehmende
Mannschaften aufstocken.
Dann könnten noch mehr Fähnchen verkauft werden ... ;)
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